„Menschen können uns immer fragen, wir müssen aber nicht immer eine Antwort geben.“
Ich wurde auf mein Erröten angesprochen
Für die meisten von euch ist das Angesprochenwerden auf das Erröten wahrscheinlich die nahezu schlimmste Situation überhaupt. Mir ist das in den letzten Wochen 3x passiert. In dieser Folge teile ich mit dir, was das für Situationen waren, wie es mir damit ging und vor allem, wie ich darauf reagiert habe, auf meine Röte angesprochen zu werden.
Höre für die dazugehörige Podcastfolge auch gerne in die Podcastfolge Nummer 151 im Podcast „Augen zu und Sonnenseite“ rein!
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Stell dir vor, du sitzt in einem Meeting, triffst eine Bekannte auf der Straße oder stehst an der Supermarktkasse. Alles ist völlig normal – bis du plötzlich spürst, wie dir heiß wird und deine Wangen anfangen zu glühen. Und dann passiert es: Jemand sagt es laut. „Wow, du bist ja ganz schön rot!“
Für viele Menschen mit Errötungsangst (auch oft Erythrophobie genannt) ist das ein Albtraum. Dieses Gefühl, ertappt zu sein, ausgeliefert zu sein, während alle Blicke auf dich gerichtet sind. Und oft entsteht dann nicht nur das Erröten selbst, sondern ein ganzer innerer Film aus Gedanken wie: „Alle denken jetzt, ich bin unsicher. Was, wenn sie lachen? Warum musste er oder sie das bloß sagen?“
Mir selbst ist es in den letzten Wochen gleich dreimal passiert, dass ich auf meine Röte angesprochen wurde. Und weißt du was? Früher hätten mich diese Situationen tagelang innerlich beschäftigt. Heute gehe ich ganz anders damit um – und genau das möchte ich dir hier zeigen.
1. Situation: Der Arzttermin bei 35 Grad
Ich lebe auf Fuerteventura, und wenn du schon mal hier warst, weißt du: Die Sonne kann gnadenlos sein. An diesem Tag war es mittags, ich kam gerade gestresst und aufgeheizt aus dem Gym und musste direkt weiter zu einem ärztlichen Termin. Ich war verschwitzt, warm, einfach völlig „durch“.
Die Ärztin schaut mich an und fragt: „Sie sind ja ganz schön rot – waren Sie etwa zu lange in der Sonne?“
Früher wäre mir in diesem Moment das Herz in die Hose gerutscht. Ich hätte gedacht: „Jetzt hält sie mich für komisch, jetzt sieht sie, dass mit mir etwas nicht stimmt.“ Heute habe ich einfach geantwortet: „Mir ist einfach sehr warm.“ Punkt.
Und weißt du was? Sie hat es so hingenommen. Kein großes Thema, kein Problem.
Das zeigt: Erröten ist nicht gleich Errötungsangst.
Ich werde durch meine helle Haut einfach schnell rot – und das ist okay. Die Angst und Scham darüber entstehen nicht durch die Röte an sich, sondern durch unsere Gedanken und Bewertungen darüber.
2. Situation: Wandern mit Bekannten
Ein Sonntag, Sonne, gute Laune. Ich war mit Freundinnen und Bekannten wandern. Wir laufen, reden, genießen die Landschaft. Und plötzlich sagt eine Bekannte zu mir: „Oh, du bist aber rot! Hast du dich verbrannt?“
Mein früheres Ich wäre innerlich zusammengezuckt: „Oh nein, jetzt gucken bestimmt alle. Was denken sie jetzt über mich? Wie peinlich!“
Heute habe ich entspannt geantwortet: „Nee, das ist einfach meine Haut. Ich werde sehr schnell rot.“
Mehr nicht. Kein Rechtfertigen, kein Drama.
Und das Spannende ist: Die anderen haben’s hingenommen, ein paar haben genickt – und das Gespräch ging ganz normal weiter.
Früher hätte ich mich noch Stunden später im Kopf dafür verurteilt, dass ich wieder „auffällig“ war. Heute weiß ich: Rot sein gehört häufig einfach zu mir. Ich werde schnell rot und man sieht es auch sehr schnell.
3. Situation: Nach dem Fitnessstudio
Nach einem intensiven Workout treffe ich draußen eine Bekannte. Sie schaut mich an und sagt lachend: „Du bist ganz rot! Hast du einen Sonnenbrand?“
Und wieder dieselbe Antwort: „Nee, das ist einfach meine Haut.“
Kein Drama, keine Rechtfertigung, einfach eine neutrale Feststellung. Ich weiß ja: Beim Sport erweitern sich die Blutgefäße, und dann sieht man es eben deutlicher. Eine völlig normale, natürliche Reaktion des Körpers.
Warum es so schwerfällt, auf das Erröten angesprochen zu werden
Das eigentliche Problem ist nicht das Rotwerden selbst, sondern die Bedeutung, die wir ihm geben. Viele Menschen mit Errötungsangst denken:
„Rot sein ist peinlich.“
„Andere halten mich für unsicher oder inkompetent.“
„Ich darf auf keinen Fall rot werden.“
Doch genau dieser innere Druck ist es, der das Erröten erst richtig verstärkt. Stress sorgt dafür, dass dein Körper noch mehr reagiert – und schon bist du mitten im Teufelskreis.
Die Wahrheit ist: Menschen sehen dein Erröten oft viel weniger dramatisch, als du denkst. Manche sprechen es aus Neugier an, andere aus Unsicherheit, manche sogar, weil sie es süß finden (ich weiß, für dich ist es wahrscheinlich gar nicht süß!). Es bedeutet nicht, dass sie dich für schwach halten.
5 Tipps, wenn dich jemand auf dein Erröten anspricht
Atme zuerst tief durch. Dein Körper beruhigt sich schneller, wenn du bewusst atmest.
Sag die Wahrheit – kurz und knapp. „Mir ist warm“ oder „Ich werde schnell rot“ reicht völlig.
Bereite Antworten vor. Wenn du souverän reagieren willst, kannst du dir kleine Sätze zurechtlegen. In meinem Erröten SOS-Guide findest du viele Beispiele. Hier kommst du zum Guide: Hier klicken!
Trenne Erröten von deinem Wert. Röte im Gesicht sagt nichts über deine Kompetenz, Intelligenz oder deinen Charakter.
Bleib im Gespräch. Lenke den Fokus z.B. wieder auf das eigentliche Thema oder auf deine Füße und spüre diese. So merkst du: Die Röte geht von wieder weg, wenn du ihr keine allzu große Bühne gibst.
Du bist mehr als deine Röte
Du kannst nicht immer verhindern, dass jemand dein Erröten anspricht. Aber du kannst lernen, anders damit umzugehen.
Je gelassener und souveräner du reagierst, desto weniger belastend sind diese Momente – und desto mehr spürst du, dass dein Leben nicht von roten Wangen bestimmt werden muss.
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Ich hoffe, du konntest aus diesem Blogbeitrag einige Erkenntnisse für dich mitnehmen!
Höre für die Audioversion so gerne noch in die Podcastfolge #151 in meinem Podcast „Augen zu und Sonnenseite“ rein.
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Alles Liebe,
Kathrin
